• 17. Februar 2026

Objektkunde mit Sönke

Objektkunde mit Sönke

Objektkunde mit Sönke 461 1024 Thorsten Kath

Der Dienstabend zum Thema Objektkunde war in zwei aufeinander abgestimmte Teile gegliedert. Ziel war es, das Verständnis für Gebäude mit besonderen brandschutztechnischen Einrichtungen zu vertiefen und das sichere Orientieren im Objekt zu trainieren.


Teil 1: Theorie – Arbeiten mit Feuerwehrplänen

Im ersten Abschnitt stand die Theorie rund um Feuerwehrpläne im Mittelpunkt.

Ein Feuerwehrplan ist eine speziell für die Feuerwehr erstellte Planunterlage eines Gebäudes – insbesondere bei Objekten mit Brandmeldeanlage (BMA). Er dient der schnellen Orientierung im Einsatzfall und ist in der Regel am Feuerwehr-Informationszentrum (FIZ) oder in unmittelbarer Nähe der Brandmeldezentrale hinterlegt.

Ein Feuerwehrplan enthält unter anderem:

  • Übersichtspläne des gesamten Gebäudes

  • Geschosspläne mit Raumbezeichnungen

  • Kennzeichnung von Brandabschnitten und Rettungswegen

  • Lage von Wandhydranten, Steigleitungen und Löschwassereinspeisungen

  • Standorte von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA)

  • Gefahrenhinweise (z. B. besondere Stoffe oder technische Anlagen)

  • Kennzeichnung der ausgelösten Meldergruppe bei einer BMA

Besonders bei automatischen Brandmeldealarmen ist der Feuerwehrplan ein zentrales Hilfsmittel. Er ermöglicht es, die betroffene Meldergruppe schnell zu lokalisieren, Angriffswege festzulegen und taktische Entscheidungen fundiert zu treffen.

Im theoretischen Teil wurde das systematische Lesen der Pläne geübt:
Wie finde ich den ausgelösten Melder?
Wo verlaufen die Rettungswege?
Welche Besonderheiten weist das Gebäude auf?

So wurde deutlich, wie wichtig ein sicherer Umgang mit diesen Unterlagen für einen strukturierten Einsatzablauf ist.


🚸 Teil 2: Praxis – Begehung von Kindergarten und Grundschule

Im zweiten Teil des Dienstes konnten wir die theoretischen Inhalte direkt anwenden. Bei einer Begehung von Kindergarten und Grundschule wurden die Feuerwehrpläne mit der Realität abgeglichen.

Dabei standen folgende Aspekte im Fokus:

  • Orientierung im Gebäude anhand der Geschosspläne

  • Überprüfung von Rettungs- und Fluchtwegen

  • Lage und Zugänglichkeit von Feuerlöschern und Wandhydranten

  • Zufahrten und Aufstellflächen für Einsatzfahrzeuge

  • Besondere Gefahrenquellen oder bauliche Besonderheiten

Gerade bei Einrichtungen mit vielen Kindern ist eine gute Objektkenntnis entscheidend. Kurze Wege, klare Struktur und schnelles Handeln können im Ernstfall wertvolle Zeit sparen.

Die Begehung bot zudem die Möglichkeit, Fragen direkt im Objekt zu klären und mögliche Herausforderungen – wie verwinkelte Flure, Nebeneingänge oder unterschiedliche Gebäudeteile – bewusst wahrzunehmen.


Fazit

Der Dienst hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Kombination aus Theorie und Praxis ist. Feuerwehrpläne sind kein „Papier für den Ordner“, sondern ein wesentliches taktisches Einsatzmittel.

Durch die anschließende Objektbegehung konnten wir unser Wissen festigen und die Sicherheit im Umgang mit komplexeren Gebäuden weiter erhöhen.

So sind wir auch bei Einsätzen in öffentlichen Einrichtungen bestmöglich vorbereitet.